Keine Zeit für Pause

Warum ich mir Zeit nehme – und trotzdem politisch bleibe

In den vergangenen sechs Monaten bin ich Mitglied bei den Grünen geblieben, weil ich versprochen hatte mich die gesamte Ratsperiode mich für die Gladbecker Bürger einzusetzen, obwohl für mich klar war, dass sich Dinge seit dem Begin verändert haben. Diese Zeit war kein Zögern aus Bequemlichkeit, sondern ein ehrlicher Prüfprozess: Passt mein Weg noch zur aktuellen Form von Parteipolitik? Und passt Parteipolitik überhaupt noch zu meiner aktuellen Lebensrealität?

Ich habe mir sehr genau überlegt, ob und wie ich weiter politisch aktiv sein möchte. Politik ist kein Hobby, das man nebenbei betreibt. Sie braucht Zeit, Energie, innere Klarheit – und die Bereitschaft, Verantwortung zu tragen. Genau deshalb wollte ich keine vorschnelle Entscheidung treffen.

Parallel dazu steht privat eine große Herausforderung an, die meine Aufmerksamkeit fordert und meine Prioritäten verschiebt. Das allein wäre kein Grund, sich aus Politik zurückzuziehen. Aber in Kombination mit inhaltlichen Differenzen wurde für mich klar: Im Moment ist Distanz ehrlicher als ein halbherziges Weitermachen.

In vielen grundlegenden Fragen stehe ich den grünen Themen weiterhin sehr nahe. Umwelt- und Klimaschutz, Nachhaltigkeit, soziale Verantwortung und Zukunftsfähigkeit sind für mich keine verhandelbaren Randthemen. Gleichzeitig merke ich, dass ich nicht in allen Punkten mit der aktuellen kommunalen Ausrichtung konform gehe – insbesondere dort, wo komplexe Fragen stark moralisiert oder miteinander vermischt werden, statt sie nüchtern und nachvollziehbar zu diskutieren.

Deshalb habe ich mich entschieden, vorerst einen anderen Weg zu gehen:
Ich werde versuchen, mich neutral und parteiunabhängig politisch zu betätigen. Mir geht es weiterhin darum, Themen zu analysieren, abzuwägen, zu erklären und zur Diskussion zu stellen – ohne parteiliche Bindung, aber mit klarer Haltung.

Das ist kein Abschied von Politik.
Wie es weitergeht, wird sich zeigen. Wichtig war mir vor allem eines:
Eine Entscheidung zu treffen, die ehrlich ist – mir selbst gegenüber und denen, die politische Arbeit ernst nehmen.

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